Peter Wawerzinek

Rabenliebe


Die Abwesenheit seiner Mutter war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Als Grenzsoldat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzauns, auf halbem Weg wieder um.
Zeitlebens kämpfte Peter Wawerzinek mit seiner Mutterlosigkeit. Nach jahrelanger Veröffentlichungspause beginnt er sich das Trauma aus dem Leib zu schreiben: Über Jahre hinweg arbeitete er wie besessen an Rabenliebe, übersetzte das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur bisher nur selten zu bieten hatte.

Sprecher

Michael Rotschopf

Michael Rotschopf wurde bereits während seines Studiums von Claus Peymann an das Wiener Burgtheater geholt und ist seitdem eine feste Größe auf internationalen Bühnen und im Fernsehen. Als Sprecher trat er unter anderem bei der US-Erstaufführung des Requiem für einen jungen Dichter in der Carnegie Hall sowie in Paris, London und der Berliner Philharmonie auf.


Autor

Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek wurde unter dem Namen Peter Runkel 1954 in Rostock geboren. Er wuchs in verschiedenen Heimen und bei verschiedenen Pflegefamilien auf. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller, Regisseur, Hörspielautor und Sänger.