Peter Wawerzinek

Rabenliebe (DAISY Edition)


Über fünfzig Jahre quälte sich Peter Wawerzinek mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Dann fand und besuchte er sie. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur noch nicht zu bieten hatte.
Die Abwesenheit seiner Mutter war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Als Grenzsoldat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzauns, auf halbem Weg wieder um.
Zeitlebens kämpfte Peter Wawerzinek mit seiner Mutterlosigkeit. Nach jahrelanger Veröffentlichungspause beginnt Wawerzinek sich das Trauma aus dem Leib zu schreiben: Über Jahre hinweg arbeitete er wie besessen an Rabenliebe, übersetzte das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht in ein großes Stück Literatur.

Sprecher

Michael Rotschopf

Geboren 1969 in Österreich. Seine Schauspielausbildung absolvierte er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Bereits während des Studiums holte Claus Peymann ihn an das Wiener Burgtheater. Später spielte er den Faust in der Inszenierung von Peter Stein und hatte Engagements an verschiedenen deutschen und österreichischen Theatern. 1996 wurde er mit dem O.E. Hasse-Preis der Berliner Akademie der Künste ausgezeichnet. Seit 1998 spielte er in diversen Film- und Fernsehrollen.


Autor

Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek wurde unter dem Namen Peter Runkel 1954 in Rostock geboren. Er wuchs in verschiedenen Heimen und bei verschiedenen Pflegefamilien auf. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller, Regisseur, Hörspielautor und Sänger.


Pressestimmen

»Wawerzineks Text ist eine behutsame, aber dennoch vor Bildern sprudelnde Rekonstruktion von Erinnerungen, der man sich kaum entziehen konnte.« taz