Was haben Wotan Wilke Möhring und Frank-Walter Steinmeier gemeinsam? Beide waren bei der Weltpremiere von Man(n) tut was man(n) kann gestern Abend in Berlin – auch wenn unser ehemaliger Kanzlerkandidat leider nicht im Film mitspielen durfte. Obwohl er mit seinem überraschend lockerem Auftreten hervorragend in die chaotische Männer-WG von Paul (W. W. Möhring), Schamski (Jan Josef Liefers), Bronko (Fahri Yardim) und Günther (Oliver Korittke) gepasst hätte.

Die Verfilmung von Hans Raths Roman (bei uns schon seit 2009 als Hörbuch) erzählt charmant, wie man(n) die Liebe findet. Oder sollten wir lieber sagen, wie die Liebe einen findet?

Der freiheitsliebende Single Paul hat einen ziemlich guten Job, sieht ziemlich gut aus und hat ein ziemlich großes Problem: er ist verliebt! Auf den ersten Blick hat es ihm die Tierärztin des leicht verhaltensgestörten Rottweilers Bruno angetan, den Paul am Wochenende manchmal ausführt. Aber Iris (anmutig-bezaubernd: Jasmin Gerat) ist so gut wie verheiratet und Paul geht tritt den Rückzug in seine ziemlich teure Dachterassenwohnung an. Die füllt sich just in dieser Zeit nach und nach mit seinen neuen und alten Männerfreunden. Verführer Schamski wurde von seiner Frau – völlig zu Recht! –  rausgeschmissen, Günther sitzt auf der Straße, weil er irgendwas mit Romantik falsch verstanden hat und Künstler Bronko ist schlicht pleite. Die Szenen, in denen diese Notfall-WG philosophiert, trinkt, verzweifelt und das Leben feiert, gehören zu den besten des Films. Hier merkt man, was für eine tolle Arbeit das Besetzungsteam leistet: die Schauspieler sind eigenwillige, authentische Typen, denen man den Spaß an der ersten gemeinsamen Zusammenarbeit deutlich anmerkt.

Ob die vier ihr Glück finden, wie man das Internet kaputt macht und wie viel Kleinwild Bruno erlegen muss, bevor er als vollwertiges WG-Mitglied akzeptiert wird, DAS dürfen wir nicht verraten.

 

… ist ja gut … zum Trost plaudern wir zumindest ein Geheimnis aus: neben allen Hauptdarstellern war auch Hund Bruno bei der Premiere  (siehe rechts) – und sollte in Zukunft besser bezahlt werden. Denn das Diamanthalsband war garantiert nicht echt.