Gabriele Gerlach arbeitet  als Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk und für die Sendung B5 aktuell als Moderatorin. Daneben hat sie in zahlreichen Hörbuchproduktionen mitgewirkt, dem Kino-Magazin BFS ihre Stimme gegeben und Dokumentarfilme vertont. Wir befragen Sie zu Ihrer Arbeit an Der Weg der Achtsamkeit und sind gespannt, wie sie als moderne Medienfrau es selbst mit dem Thema hält.

Liebe Gabi Gerlach, Sie sind seit über 25 Jahren Sprecherin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk – wie kamen Sie damals zu diesem Beruf?
Als Kind habe ich mit unserem Kasperltheater immer Fernsehansagerin gespielt, mit nur mäßigem Erfolg bei meiner Familie. Wenig später entdeckte ich, wie faszinierend das ist, was man nicht sehen kann. Ich hörte viel Radio, erst den Sonntagswecker für die Kleinen, später Pop nach Acht mit Thomas Gottschalk und den Countryclub mit Thomas Jeier.
Zur Sprecherei kam ich dann durch Zufall. Nach meinem Auslandsjahr in Florenz wollte ich studieren, aber unbedingt auch arbeiten, und fragte jeden, wie ich zum Radio komme. Als ich einige Monate bei einer Konzertagentur jobbte, lernte ich jemanden vom BR kennen und so ging’s los: Ich bekam eine Telefonnummer, erfuhr von einem Sprechercasting, nahm daran teil und schaffte es unter Hunderten Bewerbern in die Auswahl. Ein halbes Jahr wurde ich dann zur Sprecherin ausgebildet. Seitdem hat mich das Radio nicht mehr losgelassen. Nach Studium, Journalistenschule und Volontariat blieb ich dem Hörfunk treu. Weil er eine große Spielwiese ist, weil ich Sprache, Stimme und Musik nach wie vor eine aufregende Kombination finde und weil mich die Geschichte hinter den Geschichten schon immer brennend interessiert hat.

Seit einigen Jahren sprechen Sie auch immer wieder in Hörbuchproduktionen. Was macht für Sie als Sprecherin den Unterschied zwischen einer Radio- und einer Hörbuchproduktion aus?
Wenn ich als Nachrichtenredakteurin am Mikrofon sitze, ist alles live. Das Rotlicht geht an, die Sendung läuft und es gibt nur das Hier und Jetzt, diese eine Chance. Das spornt an, ist spannend und treibt den Adrenalinspiegel manchmal ganz schön in die Höhe, bei Pannen zum Beispiel oder längeren Hintergrundgesprächen. Nach meinem Dienst jedoch finde ich alles, was ich geschrieben habe, im Papierkorb und alles, was ich gesprochen habe, hat sich längst versendet.
Beim Hörbuch dagegen kann ich wieder und wieder denselben Satz sprechen, verschiedene Stimmungen ausprobieren, feilen, bis es für mich und den Regisseur passt. Und am Ende halte ich das Ergebnis in der Hand: Ein Hörbuch, Wörter und Stimme zum Anfassen. Ich mag beides und möchte das eine nicht ohne das andere machen. Mein Ziel ist erreicht, wenn die Stimme gefällt, aber nicht weiter auffällt, weil sie den Hörer so ins Thema reinzieht, dass er alles andere vergisst.

Buddhas Anleitung zum Glücklichsein war Ihr erstes Hörbuchprojekt bei Argon Balance. Ist Ihnen das Thema Achtsamkeit vertraut bzw. war es schwer, den richtigen Ton dafür zu finden?
Oh je, ein wunder Punkt. Das Thema Achtsamkeit ist mir durchaus vertraut, aber eher, weil ich gerne flott und flapsig bin und dabei schnell mal hektisch werde. Deshalb nehme ich mir immer wieder vor, achtsam zu sein, mit anderen Menschen und mit mir selbst. Von daher war es für mich eine große Herausforderung, das Buch aufzunehmen, mir die nötige Zeit zu lassen und mich von dem führen zu lassen, was Marie Mannschatz geschrieben hat, in ihren Zeilen und zwischen den Zeilen. 

Konnten Sie die Ratschläge und Anleitungen von Marie Mannschatz schon in Ihrem Leben umsetzen?
Mit dem Hörbuch kann ich ja leider schlecht üben. Es wäre komisch für mich, mir das, was ich selbst gesprochen habe, anzuhören, als wäre ich ein ganz normaler Plattenkäufer, der sich gerade mit Buddhismus beschäftigt. Ich wäre viel zu selbstkritisch und könnte mich nicht wirklich auf die Ratschläge und Anleitungen einlassen. Doch Spiritualität begleitet mich schon länger, vor Jahren habe ich in die Zen-Meditation hineingeschnuppert und mache auch Yoga. Besonders angesprochen hat mich deshalb das Kapitel bei Marie Mannschatz über die ewiggleichen Gedankenmuster, die einen immer wieder aus dem Gleichgewicht bringen.

Welche Pläne haben Sie für die nächste Zeit? Nochmals ein Argon Balance-Hörbuch?
Es wäre natürlich toll, noch viele weitere Hörbücher für Argon Balance sprechen zu können. Das Schöne ist ja, dass man in der Auseinandersetzung mit den Texten neue Dinge erfährt, dazulernt. Das stillt immer wieder meine unbändige Neugier auf andere Menschen, andere Lebensentwürfe, fremde Welten. Ansonsten möchte ich noch mehr Musik machen und wieder mehr lesen, sowohl für mich allein als auch für andere.