»Make America great again«. Die Presse als »Volksfeind«. »America first«. Das lässt vor unserem inneren Auge das Bild von Donald Trump erscheinen. Doch überraschenderweise finden sich diese Aussagen genau so oder so ähnlich in Lewis Sinclairs Das ist bei uns nicht möglich. Als hätte der Autor schon 1935 einen Blick in die Zukunft erhascht, schreibt er über den Präsidentschaftskandidaten Buzz Windrip, »einen ungebildeten Lügner mit idiotischer Weltanschauung« und gefährlichen Populisten. Mit unglaubwürdigen Wahlversprechen sowie dem Vorsatz, sich für die kleinen Leute einzusetzen und aus Amerika wieder ein »stolzes Land« zu machen, kann Windrip die Wähler wider Erwarten von sich überzeugen. Sein Aufstieg zum Alleinherrscher, die Beschneidung der Freiheit von Minderheiten, Konflikte mit Mexiko und die Kriminalisierung seiner Kritiker sind die Folgen seiner Wahl. Die Ereignisse vor und nach der Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 in den USA haben gezeigt, dass Sinclair mit seiner Kritik an der amerikanischen Demokratie richtig lag und dass nationalistische und autoritäre Entwicklungen in einer etablierten Demokratie sehr wohl möglich sind. Das Werk ist aufgrund der Parallelen zum gegenwärtigen Geschehen – nicht nur in den USA – so aktuell wie nie zuvor und verdient, gehört zu werden.

Dank dem Team des Digital-Labels Finch & Zebra liegt Das ist bei uns nicht möglich  nun erstmals in vollständiger deutscher Lesung vor. Sprecher Frank Arnold ist dafür genau die richtige Wahl: Mit klarer Stimme und messerscharfem interpretatorischem Verstand hat er bereits so komplexe Mammut-Stoffe wie Die schützende Hand von Wolfgang Schorlau oder Das bessere Leben von Ulrich Peltzer zu spannenden Hör-Ereignissen gemacht. Lewis Sinclair war für seine satirischen und sozialkritischen Romane bekannt und bekam 1930 als erster Amerikaner den Nobelpreis für Literatur. Seine schonungslosen gesellschaftskritischen Darstellungen brachten ihm den Spitznamen »Staubaufwirbler« ein.