Nur drei deutschsprachige Hörbücher gibt es derzeit von Kazuo Ishiguro, dem frisch gekürten Literaturnobelpreisträger 2017. Eines davon, Bei Anbruch der Nacht, ist in einer Neuauflage bei uns erschienen – mit Christian Brückner als erfolglosem Jazz-Saxophonisten, der nach einer Schönheits-OP auf die ebenfalls frisch bandagierte Boulevard-Größe Lindy Gardner trifft.

Für viele Experten überraschend, aber nicht unberechtigt, wurde am 5. Oktober bekanntgegeben, dass Kazuo Ishiguro den Nobelpreis für Literatur 2017 erhält und sich damit in eine Reihe mit Autoren wie Hermann Hesse, Ernest Hemingway und Toni Morrison reihen darf. Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller Was vom Tage übrigblieb, der mit Emma Thompson und Anthony Hopkins verfilmt wurde, den Booker Prize. Ishiguros Werk, das von dystopischen Erzählungen bis zu Romanen über japanische Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg reicht, wurde bisher in 28 Sprachen übersetzt. Darüber hinaus war er als Drehbuchautor an mehreren Filmproduktionen beteiligt. Ihre Auszeichnung begründete die Schwedische Akademie zur Nobelpreisvergabe mit:

»Kazuo Ishiguro hat in Romanen von großer emotionaler Kraft den Abgrund unter unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloßgelegt.«

Das Hörbuch Bei Anbruch der Nacht enthält die Titelgeschichte des gleichnamigen Erzählungsbandes (Übersetzung: Barbara Schaden), der 2009 erstmals in Deutschland erschienen ist. Die Lesung von Christian Brückner wird begleitet vom Saxophonisten Christian Weidner, der die Intermezzi exklusiv für die Erzählung komponierte.

Neben Bei Anbruch der Nacht sind derzeit nur zwei weitere Hörbücher von Kazuo Ishiguro auf Deutsch lieferbar: Alles, was wir geben mussten, erschienen bei HörKultur (und bereits 2010 mit Keira Knightley verfilmt) sowie Was vom Tage übrig blieb von Random House Audio.