Liest man sich die Inhaltsangabe zu Jakob Heins Die Orient-Mission des Leutnant Stern durch, so glaubt man, es mit einer wahrhaft fiktiven Geschichte zu tun zu haben. Aber nein: Dieser Roman basiert auf einer wahren Geschichte! Der von Edgar Stern, der 1914 eine als Zirkus getarnte Truppe von 14 muslimischen Gefangenen nach Konstantinopel schmuggelte, um den Sultan als Verbündeten zu gewinnen.

Und warum das Ganze?

Die Idee dahinter war so skurril wie die Durchsetzung: Wenn der türkische Sultan den Dschihad ausruft und sich daraufhin alle Muslime – vor allem in den Kolonien – gegen die britischen, russischen und französischen Gegner erheben, würde der Krieg mit den Deutschen zur Nebensache werden. Die 14 muslimischen Gefangenen sollten feierlich in Konstantinopel freigelassen werden, als Geste der Freundschaft zwischen den Deutschen und dem Osmanischen Reich. Wie brachte man diese Gefangenen aber unauffällig durch Europa? Natürlich: Getarnt als Zirkustruppe!

Würden die Grenzbeamten in Österreich-Ungarn und Rumänien den Schwindel glauben? Und wie funktioniert das mit dem Dschihad eigentlich?

Wolfram Koch erzählt uns lebendig und mit mitreißendem Schalk die Geschichte dieses kaum zu glaubenden Abenteuers.

»Manche Geschichten würde einem der Leser nicht abnehmen, weil sie zu fantastisch, zu bizarr und zu konstruiert klingen. Aber diese Geschichte ist so passiert.« Jakob Hein