Thomas Mann

Mario und der Zauberer

Ein tragisches Reiseerlebnis


Eigentlich sollte es ein angenehmer Familienurlaub im italienischen Touristenort Torre di Venere werden. Stattdessen aber wird die Atmosphäre gleich zu Beginn durch die offenkundige Unfreundlichkeit der Italiener gegenüber den ausländischen Urlaubern getrübt. »Geradeso merkwürdig und spannend, geradeso unbehaglich, kränkend und bedrückend« wie der gesamte Urlaub gestaltet sich auch der groß angekündigte Auftritt des Zauberkünstlers Cipolla, und indem dieser den Kellner Mario zu sich auf die Bühne ruft, nimmt die Novelle schließlich die schon im Untertitel angekündigte »tragische« Wende...

In der 1930 erschienenen Novelle hat Thomas Mann nicht nur Erfahrungen seines eigenen Italienaufenthaltes verarbeitet; sie ist außerdem in Zusammenhang mit seiner »Deutschen Ansprache« desselben Jahres zu sehen, in der er an die Vernunft der deutschen Bevölkerung zur Zeit des aufstrebenden Nationalsozialismus appellierte.

Sprecher

Peter Matic

Peter Matić, 1937 in Wien geboren, war von 1960 bis 1968 am Theater an der Josefstadt engagiert. Es folgten Stationen in Basel und an den Münchner Kammerspielen, bis er 1972 nach Berlin wechselte, wo er 22 Jahre lang einer der Stars des Schiller Theaters war. Anschließend ging er an das Wiener Burgtheater, wo er bis heute arbeitet. Neben seiner Theater- und Filmarbeit ist Peter Matić ein herausragender Hörbuch- und Synchronsprecher, der u.a. Ben Kingsley seine Stimme leiht. 2001 erhielt er den Albin-Skoda-Ring, die Auszeichnung für »den besten Sprecher unter den Schauspielern des deutschsprachigen Raums«.


Autor

Thomas Mann

Thomas Mann, 1875 – 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.