Am 23.8. erscheint Du hast es in der Hand, ein praktischer Glücksschrittmacher in fünf einfachen Ritualen. Im Interview mit Carlo Günther erzählt der Pfarrer, Journalist und Illustrator Werner Tiki Küstenmacher, wie es war, nun auch noch Sprecher seines eigenen Hörbuchs zu werden!


1. Der Titel Ihres Life-Coaching-Hörbuchs Du hast es in der Hand klingt einfach und einleuchtend. Aber gleichzeitig wie eine große Herausforderung. Wie sind Sie auf den Titel und das Thema gekommen?
Die Themen von Simplify zu reduzieren auf fünf knappe Rituale, war eine Idee des Verlags Gräfe und Unzer. Als Aufhänger die fünf Finger der Hand zu nehmen, kam dann ganz von selbst, und sich dabei am 500 Jahre alten Handpsalter des Mauburnus zu orientieren, war eine Idee meiner Frau, die eine großartige Kennerin der christlichen Mystik ist.

 

2. In ihrem Vorwort sagen Sie, dass Du hast es in der Hand eine Weiterentwicklung Ihres »simplify-your-life«-Konzepts ist. Also Version 2.0! Welche neuen Features hat das Hörbuch?

Das Konzept von Du hast es in der Hand geht über das hinaus, was ein Buch leisten kann. Du hast es in der Hand ist eine Lebenseinstellung, zu der man sich mit Hilfe der fünf Finger immer wieder hin trainiert. Deswegen erscheint mir ein umfangreiches Hörbuch (mit 3 CDs) dafür als ideales Medium. Denn nach dem Anhören eines Kapitels wird man ganz unwillkürlich beginnen, die dort vorgestellten Übungen und Anregungen selber umzusetzen. Ich bin außerdem sicher, dass man nach dem zweiten oder dritten Anhören die Finger »kann«, und dann wird man ganz von selbst weitere Fortschritte machen.

 

3. Sie halten seit Jahren Vorträge, arbeiten im Rundfunk und haben schon viele Ihrer Bücher als Hörbücher vertont. Was macht für Sie den besonderen Reiz aus, Texte zu sprechen?

Als Hörer in einem Vortragssaal oder in einer Kirche ist man Teil einer Gruppe; als Hörer vor dem Radio oder einem CD-Player mit einem Hörbuch ist man Einzelner. Das ist ein enormer Unterschied und eine herausragende Chance, Menschen zu erreichen. Ich erinnere mich an magische Momente, als ich als Teenie nachts Radio gehört habe, oft mit Kopfhörern: Hörspiele oder Predigten im Evangeliumsrundfunk, und immer diese wundervolle intime Situation, nur ich und die Stimme des anderen. Ich bin stolz, jetzt diese Stimme auf der anderen Seite sein zu dürfen, und ich vergesse nie die hohe Verantwortung und das Privileg dieser Konstellation.

 

4. Und was ist an diesem Hörbuch für mich als Hörer besonders?

Ich nehme Sie im wahrsten Sinn des Wortes an der Hand. Als ich dieses Hörbuch aufgenommen habe, war das manchmal für mich selbst wie eine Meditation. Ich hatte dabei häufig meine Finger in der Hand, habe manche Übung selbst mitgemacht. Auch sonst ist es ein sehr persönliches Hörbuch. Vor ein paar Jahren stand ich knapp vorm Burnout und habe mit Hilfe von Ärzten und Freunden gut herausgefunden. Meine Erkenntnisse und Erlebnisse habe ich in Du hast es in der Hand zusammengefasst. Es ist also ein sehr persönliches Werk, besonders in der Hörbuchversion. Ich denke, dass das beim Hören auch rüberkommt.


5. In Ihren Büchern und Hörbüchern geht es immer wieder darum, den eigenen Weg zu finden, egal wohin er führt. Ihr persönlicher Weg hat Sie vom ev. Pfarrer zum Journalisten, Karikaturisten, Trainer und Redner geführt. Haben Sie sich dabei an eine helfende Lebensregel wie Du hast es in der Hand« gehalten?

Ja, aber das habe ich natürlich erst rückwirkend verstanden, so wie man für manches tiefe Erlebnis im Leben erst hinterher die Worte und Begriffe findet. Die Grundidee der Hand geht dabei weit hinaus über die eigenen fünf Finger: Es gibt viele andere Hände, die mich in meinem Leben gehalten haben. Und sicher auch eine große unsichtbare Hand, die mich auf all den verrückten Umleitungen, Schleifen und Abzweigungen in meinem Leben so geführt hat, dass es zum Schluss ein sinnvolles Muster ergibt.