Warnung! Es wird der Monat der schwierigen Entscheidungen. Von Erfolgsautorin Barbara Wood haben wir zwei Ohrschmöker im Programm, von denen wir beim besten Willen nicht wissen, welches wir zum Ersthören empfehlen sollen. Bei den Kinderhörbüchern trumpfen wir mit zwei liebgewonnen Bekannten und einer neuen, sehr eigensinnigen kleinen Heldin auf. Auch literarisch wird die Wahl eine Qual: Walserscher Briefroman oder Maklers’ Poesie Best-Of?

»Besser und fesselnder kann Unterhaltung nicht sein!« So urteilte die Brigitte über Barbara Woods Kenia-Epos Rote Sonne, Schwarzes Land, das bisher mehrere Millionen Leserinnen zum Schmachten gebracht hat. Wir sagen: kann Unterhaltung wohl! Nämlich dann, wenn das Hörbuch von Tanja Geke gelesen wird, die eine hoffnungslos gefühlvolle, dramatische und lebenspralle Umsetzung vorlegt. Die Aufnahmen mit ihr fanden wir so großartig, dass wir ihr gleich noch den neuen Barbara-Wood-Roman Schicksalsgabe gegeben haben. Während Rote Sonne Schwarzes Land die Leidenschaften und Verstrickungen einer weißen Familie in die bewegte Geschichte Kenias schildert, entführt Schicksalsgabe in eine ferne, exotische Zeit. Die Seherin Ulrika folgt ihrem Geliebten auf den antiken Handelsrouten von Colonia (Köln) über das antike Rom und das fremde China bis ins Herz der Finsternis. In jeder Minute spannend und leidenschaftlich gesprochen ist das süffiger Hörbuch-Stoff, der süchtig macht.

Weniger dramatisch, aber den höchsten lyrischen Maßstäben gehorchend ist das Oeuvre von Martin Blath und Elke Herbst. Auf einer kleinen, feinen CD versammeln sie die Crème-de-la-Crème der Maklerpoeten: mit den Sängern des Superlativs (»Hier fühl` ich mich am zuhausesten«), den Freunden der metaphysischen Meditation (»Die Architektur wird aus der extremen Hanglage geboren.«) und den Anhängern der Neuen Sachlichkeit (»Ausstattung: Ofen (nicht nutzbar)«. In lockerer Studio-Atmosphäre gelesen von Oliver Rohrbeck und Nana Spier stellt sich hier wirklich die Frage: Wohnst du noch oder lachst du schon?

Auch Martin Walser widmet sich mit seinem neuen Roman einer vernachlässigten Gattung: dem Briefroman. In Das Dreizehnte Kapitel beginnen eine Theologie-Professorin und ein Schriftsteller einen gewitzten Briefverkehr, der gerade in der körperlichen Distanz das Spiel mit Tabus und Grenzüberschreitungen erlaubt. Beide berauschen sich: an der intellektuellen Auseinandersetzung miteinander, am Reiz des Liebesverrats und an ihrer heimlichen Hingabe, die nur deshalb sein kann, weil sie aussichtslos ist.

Bella Donner Illustration (c) Franziska HarveyRichtig diebisches Vergnügen bereiten uns im September die Kinderhörbücher. Kultsprecher Andreas Fröhlich, oder besser: Schluri Schlampowski, kommt durch einen Zwiebelfurz heftig in die Bredouille und kann nur dank der vereinten Kraft der Spielzeugbande gerettet werden. Der Star von Liliane Susewinds erstem Winterabenteuer Ein kleines Reh allein im Schnee ist ein verschlafener Biber, den Catherine Stoyan wie einen wohlbekannten Literaturliebhaber klingen lässt.
Bella Donner schließlich ist unser heißgeliebter Neuzugang. Kaum zu glauben, dass sich so lange keine Eltern für das kleine Waisenmädchen gefunden haben. Ob es daran liegt, dass sie einfach keine brave Prinzessin sein will? Oder der unzertrennlichen Freundschaft zu Kröten-Sam? Oder gar an den komischen Dingen, die passieren, wenn Bella richtig wütend wird? Wenn sie nur bei der geheimnisvollen Lilith bleiben könnte. Doch Bella muss gegen die strengen Regeln der Hexengemeinschaft verstoßen, wenn sie Sam helfen will …

Nur in der Spannung machen wir es unseren Hörern diesen Monat leicht. Mit Chris Carters Der Knochenbrecher hält ein Schocker Einzug ins Hörbuch, der schon Millionen Leser einen entspannten Abend vermasselt hat. Wenn Uve Teschner mit gequetscher Stimme raunt: »Du hast vergessen, unter dem Bett nachzusehen!« wird man es sich vor dem Einschlafen genau überlegen, ob man erst am nächsten Morgen wissen will, wie es weiter geht.

 Bevor Ihnen die Wahl genauso schwer fällt wie uns, geben wir Ihnen einen einfachen Rat: nehmen Sie doch alle!
Sollte sich der innerfamiliäre Finanzvorstand – unbegreifbarer Weise! – dagegen stellen, leisten wir jedoch mit zusätzlichen Informationen und ausführlichen Hörproben gerne Entscheidungshilfe. Beides finden Sie unter den jeweiligen Titel-Links. Oder schreiben Sie uns eine Mail mit Ihren Fragen an info@argon-verlag.de – wir antworten so schnell wie möglich.