Hansi Jochmanns klare, kühle Stimme ist unverwechselbar: Seit 1976 ist sie DIE deutsche Synchronsprecherin von Jodi Foster. Während sie als Hörbuchsprecherin bisher vor allem für Spannung gesorgt hat, brilliert sie als Schauspielerin immer wieder im komischen Format wie zum Beispiel mit ihren regelmäßigen Auftritten als spröde Haushälterin von Pfarrer Braun. Bei einem Studiobesuch hat sie uns – unter anderem! – verraten, was sie selbst am liebsten liest.

1. Der Verrat beginnt mit einem großen Schock: Vor Stephanies Augen wird ihr fünfjähriger Adoptivsohn entführt, und sie muss hilflos zusehen. Was erwartet die Hörer noch?
Während das FBI nach einer Spur von Jimmy oder irgendeinem Anhaltspunkt für die Entführung sucht, erfährt man einiges über seine leibliche Mutter, ein Reality-TV-Star, der ein ziemlich gewieftes Spiel mit der Presse gespielt hat. Mehr verrate ich nicht, aber ich garantiere, es wird sehr spannend!

2. Sie sind als Hörbuchsprecherin z. B. von Joy Fielding und Kathy Reichs ein absoluter Spannungsprofi. Was macht für Sie ein guter Krimi aus? Wann packt es Sie so richtig?
Ich glaube die Spannung beim Vorlesen kommt bei mir dadurch, dass ich den Schluss vorher nie lese, sonst würde ich die Freude am Vorlesen verlieren, wenn ich schon alles wüsste. Im Gegensatz zum Synchronisieren, wo ich mir den Film bis zum Schluss immer vorher im Original anschaue.

Hörbuchcover McDermid: Der Verrat3. Lesen Sie privat auch gerne Krimis?
Da ich so viel beruflich lese, mache ich in meiner Freizeit eher die Ohren auf und gehe mit meinem Mann ins Konzert oder in die Oper und ins Kino. In meiner Jugend habe ich alles von Patricia Highsmith gelesen und wahnsinnig viele Bücher von guten Horrorautoren wie Poe und Lovecraft. Da würde ich mich heute aber nicht mehr ran trauen, dann mache ich nachts kein Auge mehr zu! Allerdings liebe ich nach wie vor Barbara Vine alias Ruth Rendell. Eine der wenigen psychologischen Krimiautoren.


4. Ihre Stimme kennt jeder: Sie synchronisieren u. a. seit viele Jahren Jodie Foster. Haben Sie sie auch schon mal persönlich getroffen?
Ja, bis jetzt dreimal. Wir haben einen freundlichen und professionellen Kontakt. Sie erkennt mich auch über die Jahre immer wieder, wenn wir uns bei ihren Filmpremieren treffen. Das erste Mal haben wir uns 1988 bei der Premiere zu Angeklagt gesehen, der auf der Berlinale damals außer Konkurrenz lief.