So ein Schelmenstück kann nur ein Franzose schreiben! In seinem Heimtland eroberte das Buch mit dem Bandwurm-Titel sofort die Herzen der Leser, führte wochenlang die Bestsellerlisten an und wird gerade verfilmt. Sehr liebenswert und dezent durchgeknallt gibt Matthias Koeberlin dem hochstaplerischen Fakir nun eine deutsche Stimme.

Das High-Perfomance Nagelbett-Modell »Likstupikstå« ist nur noch in der Pariser Filiale eines bekannten schwedischen Möbelherstellers erhältlich. Also fliegt Ayarajmushee Dikku Pradash, seines Zeichens Fakir und charmanter Hochstapler, mit den Ersparnissen seines indischen Dorfes nach Frankreich. Doch als er vor dem Rückflug heimlich im Möbelhaus übernachtet, gerät er in einen Schrank, der ihn quer durch Europa führt. Auf seiner unfreiwilligen Reise lernt er die abenteuerlichsten Schicksale kennen – und kann trotz seiner Abenteuer die blauen Augen der schönen Französin Marie nicht vergessen. Über einem blassen Stück Lachs haben sie ihm im Ikea-Bistro das Herz gestohlen …

Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte ist so überdreht und gleichzeitig zärtlich geschrieben, wie es wohl nur Franzosen beherrschen! Autor Romain Puértolas verleiht seinen skurrilen Figuren immer auch liebenswerte Eigenschaften, jongliert mit der absurden Komik gescheiterter Völkerverständigung und arbeitet satirische Seitenhiebe auf unsere Konsumgesellschaft in ein wunderbares Märchen über die Liebe ein. Nicht von ungefähr erinnert die verrückte Geschichte an die fantastisch-witzigen Romane von David Safier; Romain Puértolas bekennt sich als glühender Fan des deutschen Autors: »Enfin, je rencontre l’un de mes auteurs vivants préférés!« (Beweisfoto auf FB!)

Bild: Internationale Fakir-Cover
Hörbar wird die verrückte Geschichte durch die behutsame und zurückgenommene Lesung von Matthias Koeberlin, der aus Film und Fernsehen vor allem als Spannungsspezialist bekannt ist (Laconia, Restrisiko, Die Partitur des Todes u.v.a.) und für uns schon Gone Girl vertont hat. Hier gibt er dem ereignisreichen, großartig verspielten Text (die Übersetzung stammt von Hinrich Schmidt-Henkel) alle Ruhe zum Wirken und schafft einen so unwiderstehlichen indischen Helden, wie es zuletzt Peter Sellers in Der Partyschreck vermochte.  

 

 

 

(Die Abbildungen der Buchcover: (c) Romain Puértolas. Sie sind mit der Grafik auf der Autorenseite verlinkt.)