Diesen Monat erscheinen gleich drei Titel bei parlando. Christian Brückner stellt diese drei doch sehr unterschiedlichen Werke vor und erklärt, warum sie unbedingt hörenswert sind:

»Ganz einfach: ein erstklassiges Aufklärungsbuch. Hier wird klar, wer auf dem ökonomischen Globus das Heft in der Hand hat und Regierungen in diesem unerbittlichen Kartell zu unbedeutenden Mitspielern macht. Was Bode vorführt, ist zwar schon lange klar, nicht aber, was die Glocke inzwischen geschlagen hat und dass immer noch eine Drehung der Schraube möglich ist.
Weiß Gott keine Weltliteratur, sondern grellste Wirklichkeit aus dem Darknet des Kapitalismus.
Und alle spielen mit.
›Sad!‹ Aber gerade für diesen Globalfall steht Trumps ausführliche Analyse natürlich nicht zur Verfügung.«

 

»Die große Blutsbrüderschaft von zwei zehnjährigen Jungs aus New Jersey. Wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Wir sitzen neben ihnen auf der Wiese und rauchen mit ihnen geklaute Zigaretten.
Und dann kommt das Leben dazwischen und alles wird schwer.
Und der übrig bleibt, ist heute alt und erzählt und reflektiert, während wir gleichzeitig mitten in der Szene dabei sind (für mich schwer in Töne zu bringen!).
Er heißt Mark Thompson, ist 60 und es ist sein erstes Buch. So wäre das Glück, wenn es bliebe.«

»Ich habe meines Wissens keine jüdischen Wurzeln. Dieses Buch von Biller kann man zum Beispiel lesen und sich dann wünschen, man hätte sie.
Es ist ein Buch mit einer spannenden Fabel und gleichzeitig ein anderes, von dem man erst am Ende weiß, dass man es gelesen hat.
›Sechs Koffer‹ ist der Zug durchs Rote Meer. Jeder hatte schon Koffer dabei, weil die Reise dauerte. Und noch dauert. Ein komisches, schmerzvolles Buch. Wie jeder der drei, die ich heute kurz erwähne.
So viel Leben!«

Foto (Christian Brückner): © Matthias Scheuer, audioberlin.com