Bereits zum sechsten Mal hatte die neunköpfige BEO-Fachjury die Qual der Wahl. Nach Monaten intensiver Hörarbeit stellte sie am 24. Oktober die Gewinner des BEO – Deutscher Kinderhörbuchpreis 2018 vor und wir können uns gleich zwei Mal freuen: 

Megumi Iwasa: Viele Grüße, Deine Giraffe, erhält den BEO in der Kategorie 4-6 Jahre. Die Auszeichnung erhalten Christian Steyer, Ilka Teichmüller, Marian Funk, Jens Wawrczeck, Otto Mellies und Katharina Thalbach als Interpreten und Dirk Kauffels als Regisseur

Die Jurybegründung:

In der Savanne ist es furchtbar langweilig, deswegen eröffnet Pelikan eine Poststation und Giraffe beschließt einen Brief an die andere Seite des Horizonts zu schreiben. Das bringt Leben in die Ödnis! „Viele Grüße, Deine Giraffe“ ist ein Lob des Briefeschreibens. Und eine ungewöhnliche Freundschaftsgeschichte, aus der Regisseur Dirk Kauffels mit seinem passgenauen Sprecherensemble ein ruhiges, aber trotzdem abenteuerliches Hörspiel schafft. Erzähler Christian Steyer führt die Hörer von der südafrikanischen Savanne bis zum Kap der Wale. Ilka Teichmüller bringt glaubwürdig die changierenden Gefühlslagen der Giraffe zum Ausdruck. Auch Jens Wawrczeck als Pelikan, Marian Funk als Pinguin, Katharina Thalbach als Robbe und Otto Mellies als Wal finden fabelhafte Interpretationen. Die Intonation ist im besten Sinne zurückhaltend, was die Produktion besonders für jüngere Kinder hörenswert macht. Eine wunderbare Geschichte über den Mut, Neues auszuprobieren, von einem formidablen Sprecherensemble warmherzig zum Klingen gebracht.

Angela Gerrits: Die Nanny-App, erhält den BEO in der Kategorie Sonderpreis: Bester Kindersprecher. Jakob Roden, Elias Huber, Lou Tillmanns und Ben Koch erhalten die Auszeichnung als Kindersprecher.

Die Jurybegründung:

Wie wäre es, wenn statt der Eltern einfach eine App liefe? Egal ob Zähneputzen, Tiefschlafphase oder Frühstückssaft – die Nanny-App weiß und kontrolliert alles. Eine immer gut gelaunte, deswegen aber emotionslose Computerstimme trifft auf Jannis, gesprochen von Jakob Roden. Es sind ganz alltägliche Familiensituationen, die in diesem zugespitzten Setting noch konturierter erscheinen: Von der Haut auf dem Kakao, über die Hausaufgaben bis zu den Knieschmerzen nach dem Fußballfoul. Perfekt geht Roden in die Rollen: engagiert, ironisch, nah am Leben. Er ist Erzähler, entnervter Internatsschüler und Versuchskaninchen in einem. Noch ist die App ein Geheimprojekt. Aber was passiert, wenn der künstliche Babysitter außer Kontrolle gerät? „Die Nanny-App“ ist Science-Fiction für Grundschulkinder. Ebenso beeindruckend: Lou Tillmanns als Hanna, Elias Huber als Moritz und Ben Koch als Bruno. Vier talentierte Nachwuchs-Interpreten am Werk – Chapeau!