Christian Brückner feiert seinen 75. Geburtstag und wir feiern mit ihm: Anlässlich seines Ehrentags haben wir Christian Brückner gebeten, uns fünf seiner Produktionen zu nennen, die ihm besonders am Herzen liegen. Diese fünf Hörbücher sind in der Sonderedition Christian Brückner: Da Capo enthalten. Sie ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine Hommage: an einen Ausnahmekünstler, an das Hörbuch und an die Kraft der Literatur.

Christian Brückner hat seine Auswahl vorgestellt:

J.M. Coetzee – Schande »Analytisch, eine Vivisektion. Zugleich unendlich empathisch, angesichts menschlicher Schwächen und Vergehen. Ein eigenartiges, bizarres Buch; bis zu Coetzees Literatur-Nobelpreis bei uns kein Erfolg. Das wussten wir, aber wir wollten es machen. Es ist uns lieb bis heute.«

 

Charles Baudelaire – Die Blumen des Bösen »Ein früher und großer Großstadtdichter. Elend, Krankheit, Verbrechen, Drogen, Prostitution; alles, was im Schatten existiert und beim Blick von außen doch voll exotischer Schönheit sein kann. Fünf Stunden Lyrik ohne Erbarmen. Baudelaire ist gewaltig, genial!«

Hubert Reeves – Wo ist das Weltall zu Ende? »Ein junger und ein alter Mensch reden über die Welt, das Weltall und viele Fragen, die sich bei diesem großen Thema stellen. Der Reiz zweier ganz unterschiedlicher Stimmen, die eine neugierig, die andere abgeklärt, (und eine gehört obendrein meiner Enkelin). Und beide kreisen um die Faszination des Universums. Das gehört für mich unbedingt in diese kleine Sammlung.«

Herman Melville – Bartleby »Nicht sehr viele kennen diese kleine Novelle. Trotzdem erzählt sie viel übers Menschendasein. Es war für mich keine Frage, dass Bartleby beim parlando-Kanon dabei sein musste. Ich bin dem Autor noch heute dankbar, dass er uns dieses Stück Literatur hinterlassen hat.«

Walter Benjamin – Berliner Kindheit um Neunzehnhundert »Walter Benjamin und Berlin. Deutschland am Vorabend seiner bittersten Zeit, die längst den Horizont verdunkelte. Der Abgesang auf eine Epoche, kurz vor der Vernichtung ihrer Kultur. Für was immer Benjamin galt und steht: hier ist er Dichter der Sehnsucht und Erinnerung.«