Siri Hustvedt

Damals


Die junge S. H., Minnesota genannt, bezieht 1979 ein heruntergekommenes Zimmer in New York. Sie kommt direkt aus der Provinz, und als angehende Schriftstellerin genießt sie den Schmutz wie den Glanz der neuen Stadt. Alles saugt sie begierig auf. So auch, durch die papierdünnen Wände, die Monologe und klagenden Gesänge ihrer Nachbarin: »Lucy Brite« steht auf dem Klingelschild. Von Misshandlung ist die Rede, von Kindstod, ja von Mord. Lucy wird für Minnesota zur Obsession. Bis eines Nachts ein dramatisches Ereignis in Minnesotas Wohnung dazu führt, dass sich die beiden Frauen zum ersten Mal gegenüberstehen. 40 Jahre später blickt S. H. zurück und erzählt, was davor und danach geschah, erzählt von Frauensolidarität und Männerwahn, von Liebe und Geschlechterkampf, von Gewalt und Vergebung.

Sprecherin

Iris Berben

Iris Berben gehört zu den prägenden Schauspielerinnen im deutschen Film und Fernsehen. Für ihr künstlerisches Schaffen und ihr gesellschaftspolitisches Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk und dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland. 2010 wurde sie zur Präsidentin der Deutschen Filmakademie gewählt.


Autorin

Siri Hustvedt

Siri Hustvedt, geboren in Northfield, Minnesota, studierte Literatur an der New Yorker Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lehrt an der psychiatrischen Abteilung des Weill Medical College in Cornell und lebt in Brooklyn. Bislang hat sie sechs Romane publiziert, mit Was ich liebte hatte sie ihren Durchbruch.