Liebestölpel von Peter Wawerzinek belegt den zweiten Monat in Folge einen Top-Platz auf der hr2-Hörbuchbestenliste. Die tragik-komische Geschichte von Peter Petrowitsch und Lucretia scheint es der Jury angetan zu haben.

Liebestölpel – eine Geschichte des Nicht-Zusammenseins

»Die Liebe, ach Junge, besser du lässt die Finger davon«, hatte sein Opa ihn schon früh gewarnt. Und tatsächlich steht der Ich-Erzähler in Peter Wawerzineks Roman kurz vor seiner ersten amourösen Bruchlandung: Seine Kindheitsfreundin Lucretia, mit der er seit seinem dritten Lebensjahr fast jede Minute verbrachte, wird sich bald darauf lieber mit dem Fleischergesellen statt mit ihm treffen. Ja, schlimmer noch, ohne jede Vorwarnung wird sie einfach verschwinden. Und ein Verwirrspiel beginnen, in das er sich sein Leben lang verheddert. Petkowitsch und Lucretia erinnern dabei an die Tölpel, die zwar elegant fliegen können, aber unfähig sind, sicher zu landen. Genauso können die beiden Heimkinder sich wohl verlieben, bleiben aber unfähig, eine feste Bindung einzugehen.

Ein Hörbuch-Live-Ereignis mit Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek wuchs selbst in verschiedenen Heimen und bei Pflegeeltern auf. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller, Regisseur und Hörspielautor. Sein Roman Rabenliebe (2010) war ein sensationeller Erfolg, 2014 legte er mit Schluckspecht nach. Die dem Leben abgetrotzte Poesie und die Unmittelbarkeit, die seine Romane auszeichen, bringt der Autor unnachahmlich in seinen Live-Lesungen zu Gehör. So ist auch das Hörbuch zu Liebestölpel bei einer Lesung entstanden. Gerade diese Lebensnähe der Aufnahme »macht diese autobiografische Erzählung zu einer Aufführung voller Dramatik«, urteilt die Jury der hr2-Bestenliste.