Aus dem Verlag

nachgefragt bei Franziska Jebens, der Autorin von »Über der Brandung«

Am 29.07.2026 erscheint ein inspirierendes Hörbuch für alle, die Kraft schöpfen und sich eine Auszeit gönnen wollen: »Über der Brandung« von Franziska Jebens, gelesen von Corinna Dorenkamp und Regina Lemnitz. Aus diesem Anlass hat uns die Autorin ein paar Fragen zur Entstehungsgeschichte und Romanhandlung beantwortet.

nachgefragt bei Franziska Jebens, der Autorin von »Über der Brandung«

Liebe Franziska, deinen neuen Roman »Über der Brandung« hast du während einer langen Reise geschrieben, die dir nicht nur viel Inspiration für dein Buch geliefert, sondern auch dich selbst verändert hat. Was für eine Veränderung war das?

In den Monaten auf den Kykladen habe ich Abstand gewinnen und das erste Mal in meinem Leben so richtig zu mir kommen können. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, am Strand zu sitzen, aufs Meer zu schauen und mein bisheriges Leben zu reflektieren. Ich habe mich gefragt, warum mir bestimmte Dinge passiert sind, und konnte aus meinen Erkenntnissen viele Schlüsse und auch Schlussstriche ziehen. Das war für mich sehr heilsam und ich hatte viele Aha-Momente während dieser Zeit. Das Schreiben von »Über der Brandung« hat meine Transformation noch unterstützt. Es war ein lebensveränderndes Abenteuer für mich, dieses Buch zu schreiben und ich bin dadurch zu einer freieren, selbstbewussteren und selbstbestimmteren Frau geworden.

Eine der wichtigen Figuren in deinem Roman ist eine faszinierende Kräuterfrau namens Hera. Was ist das Wichtigste, das die Protagonistin von ihr lernt? Und gab es für diese faszinierende Frauenfigur ein reales Vorbild in deinem Leben?

Nea lernt von Hera, sich selbst zu vertrauen, frei und ganz und gar authentisch zu sein. Sie lernt von ihr, sich zuzugestehen, so zu sein wie sie wirklich ist und ihren Platz in der Welt voll und ganz einzunehmen. Durch Hera begreift sie, dass schwierige Phasen im Leben dazu da sind, aus ihnen zu lernen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Und sie versteht, welch immense Kraft sie in sich trägt. Das Vorbild für Hera war meine eigene innere Weisheit, meine Intuition; sozusagen eine weisere und ältere Version von mir, die mich während des kreativen Prozesses konstant begleitet hat. Beim Schreiben bin ich meiner inneren Hera begegnet und das war nicht nur für den Roman, sondern auch für mich selbst ein großer Gewinn. Jede von uns trägt diese Weisheit in sich, wir haben nur verlernt, ihr zuzuhören und ihr zu vertrauen. 

In einer sehr intensiven Szene lässt Nea ihre angestaute Wut mit einem Baseballschläger an Pappkartons aus. Die Wut wird mit einer »heißen, gleißenden, rotglühenden Lava« verglichen. Warum fällt es gerade Frauen oft so schwer, sie als gesunde, reinigende Emotion zu akzeptieren?

Weil uns Frauen von klein auf beigebracht wird, dass es sich nicht gehört, Emotionen wie Ärger und Wut zu zeigen. Frauen wird stattdessen anerzogen, lieb zu sein, ja, keinen Ärger zu machen, nicht anzuecken und Ungerechtigkeiten nicht zu benennen. Wir sollen stets friedlich und konform sein anstatt unbequem und laut. 
Aber uns widerfahren eben sehr viele Ungerechtigkeiten und die müssen benannt und bearbeitet werden, sonst bleiben all diese Emotionen in unseren Zellen stecken und manifestieren sich später eventuell als Krankheiten in unseren Körpern. Es ist kein Wunder, dass die meisten Menschen mit Autoimmunerkrankungen Frauen sind. All diese unterdrückten Emotionen wenden sich letzten Endes gegen uns selbst und machen uns krank, wenn wir sie nicht rauslassen. Glücklicherweise können wir uns ja beibringen, wie wir einen gesunden und vielleicht sogar ausgeglichenen Gemütszustand in unserem Leben etablieren. 

Was ist das für eine Erfahrung, den eigenen Text, der einem so nahesteht, als Hörbuch zu hören?

Das ist immer ein sehr besonderer Moment. Ein Moment, in dem ich weiß, dass der Roman, den ich geschrieben habe, nun nicht mehr nur mir gehört, sondern auch den Lesenden – und natürlich den Hörenden. Corinna Dorenkamp und Regina Lemnitz zuzuhören, wie sie mit ihren Stimmen meine Worte interpretieren, macht meine Arbeit plötzlich ganz real. Aus einer ersten Idee von mir ist ein ganzer Roman geworden, denke ich dann und bin lustigerweise auch beim sechsten Buch wieder völlig überrascht und überrumpelt davon. Und natürlich muss ich dann auch weinen, weil ich mich so darüber freue, wie die beiden das umgesetzt haben und weil mir in dem Moment auch noch einmal klar wird, dass ich diese Geschichte jetzt loslassen und in die Welt entlassen muss. Also, ein kleiner Trennungsschmerz ist auch dabei. 

Wem würdest du deinen Roman besonders ans Herz legen?

Vor ein paar Tagen habe ich in einem Online-Shop den allerersten Leseeindruck zu »Über der Brandung« entdeckt. Eine Leserin hat da einen wunderbaren Text zu meinem Roman verfasst und der letzte Satz ist folgender: »Ein unglaubliches Buch, sollte jede Frau lesen!« Aber vielleicht haben ja auch ein paar lernwillige Männer Lust darauf… Das würde mich sehr freuen! 

Vielen Dank, liebe Franziska!

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