nachgefragt bei Silvia Trippolt, der Autorin von »Küchengeflüster«
Silvia Trippolt kennt man als Autorin erfolgreicher Kochbücher und Reiseführer. Nun erscheint ihr Debütroman »Küchengeflüster. Die verborgene Zutat der Liebe« – eine perfekte Sommer-Unterhaltung bietet, dem Hörbuch hat Johanna Zehendner ihre Stimme geliehen. Wir haben der Autorin dazu ein paar Fragen gestellt.
Liebe Silvia, die Sternegastronomie hat vor dir keine Geheimnisse: Bereits seit Studienzeiten bist du als Kulinarik-Journalistin tätig. Du hast Reiseführer und Kochbücher geschrieben, die lange auf Bestsellerlisten standen; zudem wurdest du für das beste Kochbuch Österreichs mit dem »Prix Prato« ausgezeichnet. Außerdem führst du zusammen mit deinem Mann ein Restaurant. Jetzt erscheint »Küchengeflüster« – ein Debütroman, dessen Handlung ebenfalls in der Gastronomiewelt angesiedelt ist. Was hat dich dazu inspiriert, nun unter die Romanautorinnen zu gehen?
Tja, als Frau in den späten 40ern, nach einigen gesundheitlichen Einschnitten und dem Tod einer lieben Schulfreundin stellte sich mir die unausweichliche Frage nach dem Sinn des Lebens. Ich kam ganz schnell auf meine Familie, die ich sehr liebe. Aber da war noch etwas anderes, das mich glücklich macht. Das Schreiben von Romanen. Ich sah mich in Gedanken als 12-Jährige in meinem Kinderzimmer sitzen. Rund um mich eine Tapete, auf der Trillionen Margeriten und Leberblümchen gedruckt waren, und die mich heute ganz wuschi im Kopf machen würde. Damals bin ich mitten im Raum auf meinem flaschengrünen Spannleinteppich gesessen und habe beschlossen, Schriftstellerin zu werden. An diesen Tag im Sommer 1989 kann ich mich ganz genau erinnern. Von diesem Zeitpunkt an habe ich immerzu geschrieben. Aufsätze als Schülerin, Gedichte, Theaterstücke und Sketche als Jugendliche, wissenschaftliche Arbeiten als Studentin und viele Jahre als Journalistin, Sachbuchautorin und Werbetexterin. Meine Romane waren allerdings noch ausständig. Also setzte ich mich hin und schrieb »Küchengeflüster«. Im Prinzip wollte ich einfach wissen, ob ich das kann.
In »Küchengeflüster« schreibt die Restaurantkritikerin Tilda Kaufmann unter Pseudonym einen Verriss, für den sie einen hohen Preis bezahlen muss. Inwiefern hast du dich von den realen Ereignissen aus der Gastronomiewelt inspirieren lassen?
Das Leben selbst schreibt die schönsten Geschichten. Die Inspiration von »Küchengeflüster« war meine eigene Liebesgeschichte, der Rest ist Fiktion. Ich war Restaurantkritikerin und Kulinarikjournalistin, als ich meinen Mann, einen Kärntner Spitzenkoch, kennenlernte. Ich führte mit ihm ein Interview für eine große österreichische Tageszeitung und wurde von ihm eingekocht. Damals dachte ich mir: »Herrje, was mache ich, wenn ich über seine Küche schreiben muss?«. Genau das ist passiert! Ich habe mich allerdings elegant aus der Affäre gezogen. Ich schrieb über sein Dessert, das »so süß ist wie eine neue Liebe« und habe mich als Restaurantkritikerin zurückgezogen. Zusammen betreiben mein Mann und ich das Gourmetrestaurant Trippolt Zum Bären in Bad St. Leonhard.
Gibt es hinter den Kulissen der bekannten Restaurants tatsächlich einige Skandale?
Die Spitzengastronomie ist ein beinhartes Pflaster, so intensiv und herausfordernd wie Leistungssport. Deshalb arbeiten in dieser Branche unerschrockene, belastbare und herzensgute Menschen. Skandale gibt es so wie in jeder anderen Branche auch und wir kämpfen Tag für Tag gegen ein schlechtes Image. Dabei wollen wir dasselbe wie Autor:innen! Den Menschen etwas Gutes tun. Ihnen eine schöne Auszeit bereiten. Deshalb war es mir wichtig, die Gastronomie im Roman als einen uneingeschränkt positiven Ort darzustellen. Natürlich gibt’s am Anfang Knatsch und Hickhack, aber das gemeinsame Bestreben und der Zusammenhalt im Team gewinnt.
Dem Hörbuch hat Johanna Zehendner ihre Stimme geliehen. Was ist das für ein Gefühl, den eigenen Text auditiv erfahren zu können?
Na, das war vielleicht eine Freude, als ich gehört habe, dass sie das Projekt übernimmt. Johanna ist meine absolute Wunsch-Sprecherin! Ich kenne einige Hörbücher von ihr und somit war mir ihre Stimme längst vertraut. Alles swingt, wenn sie spricht. Den eigenen Text zu hören, ist wie ein Fiebertraum. Aber ich werde im Alter immer sensibler, statt abgebrühter und habe mich ständig gefragt, ob das jetzt echt ist. Ja, ist es und das ist herrlich! Außerdem kann ich von Johanna sehr viel für meine Lesungen lernen: Betonung, Tempo usw.
Vielen Dank, liebe Silvia!
- Verlag: Argon Digital
- Erscheinungstermin: 01.04.2026
- ISBN: 978-3-7324-8742-4
- Sprecher:innen: Johanna Zehendner