nachgefragt bei Svenja Liesau, der Autorin von »Es war nicht anders möglich«
Svenja Liesau kennt man vor allem als Theater- und Filmschauspielerin. Nun erscheint ihr Debütroman »Es war nicht anders möglich«, den sie als Hörbuch selbst eingelesen hat. Worum geht es in ihrer Geschichte und wie war es für sie, sich im Hörbuchstudio mit dem eigenen Text auseinanderzusetzen? Im Kurzinterview beantwortet sie uns die Fragen.
Liebe Svenja, dein erster Roman »Es war nicht anders möglich« spielt u. a. im Berliner Kneipenmilieu und viel in der Nacht. Es geht um Exzess und durchzechte Nächte: Wie bist du darauf gekommen, genau darüber zu schreiben?
Die Protagonistin des Buchs, Martina, ist stark von zwei Gegebenheiten in ihrem Leben beeinflusst: erstens der Arbeitslosigkeit, die es ihr ermöglicht, ihren Alltag hauptsächlich in die Nacht zu verlegen, da sie tagsüber eigentlich gar keine Verpflichtungen hat. Und zweitens dem Umstand, das der Tod ihres Vaters, mit dem sie kaum eine Beziehung hat aufbauen können, sie überraschend völlig aus der Bahn schießt. Mir erschien die Nacht als angemessene Umgebung, in der es sich schön abstürzen lässt, gut ausgeleuchtet vom Neonlicht der Großstadt. Die Nacht ermöglichte es mir, einen schönen Spot auf Martinas Geschichte zu werfen.
Wie würdest du deine Protagonistin Martina beschreiben? Und wie die Beziehung zu ihrem Vater?
Martina hat einen konstanten train of thoughts zu allem, immer. Sie spult sich den ganzen Tag, bzw. die ganze Nacht, in immer verschlungenere Gedankenspiralen rein. Sie ist verspielt und spontan, sehr charming, aber auch eine ziemliche Herausforderung für ihre Umgebung. Es geht ein Leuchten von ihr aus, das aber nicht selten in den Augen brennt. Man kann wundersame Nächte mit ihr verbringen, sollte aber nicht mit ihr zusammenziehen. Die Beziehung zu ihrem Vater ist im Grunde von seiner Abwesenheit während ihrer Kindheit und Jugend geprägt. Martina versucht, nun nach seinem Tod herauszufinden, wie sie jemanden so lieben und vermissen kann, von dem sie kaum etwas weiß.
Wie war es für dich, als Schauspielerin, aber nun eben auch als Autorin, deinen eigenen Text im Hörbuchstudio einzulesen? Was hat dich dabei besonders herausgefordert? Was hat am meisten Spaß gemacht?
Glücklicherweise kann ich mein Buch einigermaßen als Text begreifen, sozusagen von außen. Das ging mir schon beim Schreiben so, dass ich oft das Gefühl hatte, ich laufe einfach neben Martina her und schreibe mit, was die so erlebt. Dass ich da nicht wenige halbseitige verzwirbelte Sätze reingeschrieben habe, besonders wenn Martina in so ein Gedankenkarussell eingestiegen ist, hat mich dann aber doch manchmal überrascht. Den Bogen gut zu schaffen, dass man am Ende des Satzes noch weiß, womit der angefangen hat, war schon irgendwie eine Herausforderung. Es hat aber auch Bock gemacht.
Vielen Dank, liebe Svenja!
- Verlag: Argon Digital
- Erscheinungstermin: 13.03.2026
- ISBN: 978-3-7324-8842-1
- Sprecher:innen: Svenja Liesau