hingehört! Benjamin von Stuckrad-Barre im Interview zu »Udo Fröhliche«
Benjamin von Stuckrad-Barre hat das Buch »Udo Fröhliche« 2016 als reich bebildertes Magazin bei der Axel Springer Verlagsgruppe veröffentlicht. Das Magazin war damals nach wenigen Wochen vergriffen. Der Autor hat das Buch für die Neuausgabe zu Udo Lindenbergs 80. Geburtstag durchgesehen, überarbeitet und erstmalig auch als Hörbuch eingesprochen. Im Interview beantwortet er uns ein paar Fragen.
Benjamin von Stuckrad-Barre: Hello, ich bin Benjamin von Stuckrad-Barre und das hier ist das Format hingehört! und ich bin zu Gast.
Hallo Benjamin, was machst du hier?
Benjamin von Stuckrad-Barre: Ich bin kurz davor, meine Sachen zu packen, weil gerade nach fünf oder sechs Tagen Aufnahme das Hörbuch fertig geworden ist, das wir jetzt zusammen aufgenommen haben. Ich kann den Titel ruhig schon verraten, denn es ist jetzt fertig: Es heißt „Udo Fröhliche – Alles über Udo Lindenberg von Alkohol bis Zigarre“. Also eine Annäherung an Udo Lindenberg in Kurzgeschichten, kleinen Erzählungen... so aus der Nähe über Udo. Und dann so über die entscheidenden Themen, ne? So, aber das werde ich gleich noch ausführen, ne? Aber deshalb musste ich auch immer ein bisschen sprechen wie Udo, weil der ja manchmal zu Wort kommt darin und ich das so ganz gerne so nachspreche, weil das für mich immer so ein Nachhausekommen ist, Udos Stimme zu hören. […]
Kein übliches Hörbuch, das du hier heute einliest. Worin liegt die größte Herausforderung bei dieser Aufnahme?
Benjamin von Stuckrad-Barre: Ach, üblich... also, ist das unüblich? Ich weiß gar nicht. Ich finde, es ist ein übliches Hörbuch. Ich mein... nein, „etwas anderes“ oder so – das ist ja furchtbar, immer alles will immer „etwas anderes“ sein, „mehr als ein Hörbuch“. Ne, ist es nicht. Ist nicht mehr als ein Hörbuch. Es ist ein absolut übliches Hörbuch, und ihr werdet erleichtert sein darüber. […] Es ist ein Hörbuch mit Texten von mir über Udo Lindenberg, der tatsächlich 80 Jahre jetzt alt wird. Und zu dieser Feier habe ich Texte, die ich schon zu seinem 70. Geburtstag mal zusammengefasst habe, noch mal neu überarbeitet und die kommen jetzt noch mal als Buch raus, weil es die gar nicht mehr gibt zu kaufen. Und da denke ich natürlich mit, ne, für euch, ne? Könnt ihr das jetzt hören und lesen. […]
Was bedeutet Udo Lindenberg für dich und was verbindet euch beide?
Benjamin von Stuckrad-Barre: Udo Lindenberg hat mir alles beigebracht. Udo Lindenberg ist mein Freund seit meiner Kindheit. Wir haben uns später dann auch kennengelernt und sind auch echte Freunde geworden. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Es ist wunderschön, dass es so gekommen ist, aber ich war mit dem schon befreundet, so wie Millionen andere auch. Der hat mir in der Kindheit... war das so ein Übergang zwischen Popmusik und davor noch so Märchen-Hörspielplatten war Udo, der so ein Geschichtenerzähler war. Und ich hab das bei meinem großen Bruder so durch die Wand gehört und dachte: „Was ist denn das? Was ist denn das für ein Deutsch? Das ist ja lustiges Deutsch, das macht ja total Spaß!“ Also diese Abenteuerlust an der Sprache hat er geweckt. Und ich fand alles interessant, was der zu erzählen hatte – also über die große weite Welt, übers Abhauen, über Amerika, über Liebe, über Musik, über Nächte, über Saufen... also alles, was einen wirklich interessiert, fand ich da beschrieben. Und auf eine Art beschrieben in der Sprache, die er erfunden hat und die war für mich so eine Initialzündung, auch selber so eine Freude zu kriegen an der Sprache und damit umgehen zu wollen. […]
Was möchtest du ihm zu seinem 80. Geburtstag mitgeben?
Benjamin von Stuckrad-Barre: Udo, hier ist Stuckiman, hi! Nee, das ist verkehrt rum. Das ist jetzt er. Ich bin der Stuckiman. Er hat mich... ich kann Udo nichts mitgeben, Udo hat mir alles mitgegeben. Udo hat mir sogar meinen Künstlernamen mitgegeben. Einen Künstlernamen, der steht wirklich in meinem Reisepass. Und zwar Udo mich... nennt mich immer „Stuckiman“. „Stuckiman, Stuckiman!“ Er gibt jedem in seinem Umfeld so Spitznamen, weil ihn das Normale, das langweilt ihn so, wie Sachen so heißen und so. Und dann gibt's immer noch mal das Udo-Wort dafür. Und für mich ist es „Stuckiman“. […]
Was gefällt dir generell an der Arbeit im Tonstudio? Oder was vielleicht gar nicht?
Benjamin von Stuckrad-Barre: Ja, ich will hier gar nicht mehr weg. Das ist die Welt, die ich am meisten liebe. Es ist die Welt der Musik. Hier stehen überall Instrumente rum, hier wird viel Musik gemacht, wurde viel Musik gemacht. Hier arbeiten absolute Hippies, die ich wahnsinnig liebe. So wie in allen Tonstudios so Hippies immer sind. Man kommt rein, man weiß sofort: In jedem Tonstudio ist es genau gleich. Es gibt immer dieses Sofa, auf dem man echt... „Ah, gut, dass es hier so dunkel ist, Mann.“ Und da sitzt man da halt drauf rum, trinkt unfassbar schlechten Kaffee und alle erzählen sich Geschichten über Musik. Es wird dauernd spielt man sich was vor und... das ist der schönste Ort. Das ist ein Ort, wo man Musiker trifft und das sind für mich die Zauberorte. Und selber einzulesen, das ist auch mehr Musik eigentlich dann als Text, weil es ist tatsächlich dem Singen doch sehr nah. […]
Danke, Benjamin!
- Verlag: argon digital
- Erscheinungstermin: 16.04.2026
- ISBN: 978-3-7324-8680-9
- Sprecher:innen: Benjamin von Stuckrad-Barre