Aus dem Verlag

nachgefragt bei Christiane Rösinger, der Autorin von »The Joy of Ageing«

Die Musikerin Christiane Rösinger war in ihrer Jugend ein Underground-Star; in ihren reifen Jahren ist sie es immer noch. Am 17. April 2026 erscheint »The Joy of Ageing«, ihr bissig komisches Hörbuch voller Erinnerungen, Gedanken und Geschichten, in denen sie auf die vergangenen Jahre zurückblickt und sich mit dem Thema Älterwerden befasst. Die Autorin hat das Hörbuch selbst eingelesen und uns aus diesem Anlass ein kurzes Interview gegeben.

nachgefragt bei Christiane Rösinger, der Autorin von »The Joy of Ageing«

Liebe Christiane, »The Joy of Ageing« hieß ein Lied, das du 2017 geschrieben hast, und nun erscheint unter dem gleichen Titel dein (Hör-)Buch, in dem du dich gleichzeitig kritisch und humorvoll mit dem Thema Älterwerden auseinandersetzt. Was genau ist für dich die Freude daran, die über die »befreiende Altersdesillusion« und die gewonnene Freiheit hinausgeht?

Christiane Rösinger: Also ich finde die befreiende Altersdesillusionierung erreicht zu haben und mit ihr eine neu gewonnene Freiheit – das ist schon ziemlich viel. Die Freude daran, es niemandem mehr recht machen zu müssen, den eigenen Wert zu kennen. Altersdesillusionierung heißt, ein heiteres sich damit Abfinden, dass das Leben auch schwer und sinnlos sein kann und dass sich nicht alles erfüllt, was man sich erträumt hat und trotzdem relativ zufrieden zu sein.

In deinem Text schlägst du das Konzept des »Senagers« vor. Was ist damit gemeint?

 CR: »Senager« meint eine Mischung aus »Teenager« und »Seniorin«. Die beiden Gruppen haben viel gemeinsam. Beide Generationen werden nicht besonders geschätzt – sie tragen nichts zum Bruttosozialprodukt bei, sind unproduktiv, verweigern sich dem neoliberalen Gebot der Selbstoptimierung. Sie chillen gerne, besetzen den öffentlichen Raum, hängen in Parks und Einkaufszentren rum, sind störrisch und lassen sich nicht gerne rumkommandieren. 

Das ist nicht deine erste Hörbucherfahrung, du hast davor deine Bücher selbst eingesprochen. Was ist das für eine Erfahrung, sich so intensiv mit den eigenen Texten im Hörbuchstudio auseinanderzusetzen?

CR: Ich bin das ja als Musikerin gewohnt – bei Plattenaufnahmen setze ich mich ja auch intensiv mit meiner Stimme und mit meinen Texten auseinander. Aber es ist immer eine gute Erfahrung, den Text laut zu lesen, in einer kleine Kabine. Man versteht ihn dann als Autorin oft nochmal anders und besser. 

2024 hast du auch die Fußnoten zu »Iowa« mit Stefanie Sargnagel eingelesen, ihr seid befreundet, trotz des großen Altersunterschieds. Was kann man von generationsübergreifenden Freundschaften lernen?

CR: Ich finde es nichts Besonderes, mit Jüngeren befreundet zu sein. Ich war auch vorher immer mit jüngeren Musikerinnen unterwegs. Die Unterschiede sind nicht so groß wie man denkt. Und unterschiedliche Generationen konnten sich schon immer was voneinander abgucken. Wenn man nur mit Älteren zusammen ist, schlafft man ein bisschen ab. Andererseits sind ältere Menschen auch oft interessanter, haben mehr erlebt und mehr zu erzählen, das ist auch für Jüngere interessant.

Was für einen Tipp würdest du jungen Frauen geben, die heutzutage erwachsen werden?

CR: Ich weiß nicht, wie es ist, heute erwachsen zu werden. Grundsätzlich in jedem Alter gilt: Mach dich nicht abhängig von Beziehungen, sie sind nicht das Wichtigste im Leben. Genieße deine Jugend und dein gutes Aussehen, auch wenn du denkst, das vieles nicht perfekt ist – in zehn Jahren werdet ihr die Fotos von heute sehen und denken: »Wie gut ich ausgesehen habe – und ich konnte es nicht sehen und nicht genießen!«.

Vielen Dank, liebe Christiane!

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