Mit Lord Jim, Sibylle Berg und einem Debüt unter die besten Hörbücher im August

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Diesen August haben gleich drei Produktionen aus unserem Verlag die hörverwöhnte Jury der hr2-Hörbuchbestenliste überzeugt!

Christian Brückners Lesung von Joseph Conrads Klassiker Lord Jim schaffte es auf den 1. Platz. »Christian Brückner liest die Neuübersetzung von Michael Walter gelassen und äußerst nuanciert, dabei unterstreicht er die Fülle an Suggestion, Andeutung und Obskurität des Romans.«

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Joseph Conrad Lord Jim gelesen von Christian Brückner

Jim versucht, seiner Vergangenheit zu entkommen. Als Erster Offizier auf einem Pilgerschiff beging er einen schrecklichen Fehler, der ihn Ruf und Laufbahn kostete. Nach langen Reisen erreicht er die entlegene Insel Patusan im Indischen Ozean, wo er sich das Vertrauen der Einheimischen erwirbt. Als Friedensstifter wird er hoch verehrt, aus Jim wird Lord Jim. Doch dann tauchen Piraten auf, und sie scheinen zu wissen, wer er wirklich ist.

Lord Jim ist Joseph Conrads tiefgründigster und facettenreichster Roman: die virtuose Charakterstudie eines Menschen, der von Heldentum träumt 
und doch moralisch versagt, eine mitreißende Abenteuererzählung und nicht zuletzt eine erschütternde Parabel auf die Zerstörungswut des Kolonialismus.

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Platz 2 der Hörbuchbestenliste geht an die zweistimmige Lesung von Sibylle Bergs Roman RCE – Remote Code Execution, der an ihren Bestseller GRM anknüpft und in dem eine Handvoll Nerds zum zweiten Mal eine Revolution versucht. »[…] junge smarte Digital-Cracks gegen das Kapital. Ein aufregender Text, der von Torben Kessler und Lisa Hrdina wohltuend unaufgeregt gelesen wird.«

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Sibylle Berg RCE gelesen von Torben Kessler

»Eine Pause im Irrsinn.
Noch eine Anstrengung, das Aussterben zu verhindern,
in einer seltsamen Entschlossenheit vereint.
Es ist der letzte Versuch.«
Sibylle Bergs neuer Roman setzt da an, wo »GRM« endet – in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das beste aller Systeme hat wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen. Die Krise ist der Normalzustand, Ausbeutung heißt nicht mehr »Kolonialismus« sondern »Förderung strukturschwacher Länder«. Inflation, Seuchen, Kriege, Diktatoren, Naturkatastrophen, Müllberge. Und die Menschheit vereint nur noch in ihrer Todessehnsucht. Die Lage scheint ausweglos. Aber in einem abhörsicheren Container brennt noch Licht. Fünf Hacker programmieren die Weltrettung.
Manchmal gibt es diese historischen Momente, in denen Mauern eingerissen werden, Frauen studieren und wählen dürfen, Rassismus nur noch in einigen Köpfen existiert, Geschlechter keine Rolle mehr spielen, in denen verschwindet, was Menschen für hundert Jahre für ein Naturgesetz hielten. 

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Einen Sonderplatz im Herzen von Juror Volker Hage hat sich Claudia Schumachers Debüt Liebe ist gewaltig erobert. Er macht es zu seinem persönlichen Tipp:
»Ein Roman, ein Debüt von enormer Formulierkunst« und »dank des eigenwilligen, zum großen Teil trotzig-rotzigen Tons voller Wortschatz- und Perspektivsprünge – von Inka Löwendorf kongenial und lustvoll umgesetzt, wie es im Hörbuch selten gelingt.«

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Claudia Schumacher Liebe ist gewaltig gelesen von Inka Löwendorf

Von Gewalt, von Zärtlichkeit und von der Macht der Befreiung

Juli wächst in einer Vorzeigefamilie auf: Die Eltern sind Rechtsanwälte, sie ist Klassenbeste. Doch in der Kleinstadtvilla herrscht das Grauen. Der Vater drillt die Kinder auf Leistung, prügelt sie und seine Frau. Juli wird älter, fordert ein Ende der Gewalt, deren Realität von der Mutter vehement abgestritten wird. Einzig ihre Brüder und eine Maus geben Halt. Doch wie kann man sich befreien, wenn man weder den Eltern noch den eigenen Erinnerungen traut? Die Befreiung gerät zum Feldzug – gegen die Eltern und das eigene Ich. Drei Jahrzehnte folgen wir Juli, die mit aller Macht versucht, die Deutungshoheit über ihr Leben zu erlangen. 

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